Die Frage kommt fast in jedem Erstgespraech: "Warum nicht einfach WordPress? Das kennen wir, das ist guenstiger, und das kann doch alles."
Kurze Antwort: WordPress ist fantastisch - fuer Blogs und Marketing-Websites. Fuer datenbankgetriebene B2B-Kundenportale? Nicht so sehr.
Dieser Artikel ist kein Microsoft-Werbetext. Er zeigt ehrlich, wann WordPress passt - und wann nicht.
TL;DR - Die Kurzfassung
WordPress waehlen fuer:
- Content-lastige Marketing-Websites
- Blogs mit hoher Publikationsfrequenz
- Oeffentliche Unternehmens-Websites
- Kleine Budgets (unter 20.000 EUR)
- Teams mit WordPress-Expertise
Power Pages waehlen fuer:
- B2B-Kundenportale mit Login
- Datenbank-Integration (ERP/CRM)
- Rollenbasierter Zugriff
- Case Management und Ticketing
- DSGVO-kritische Anwendungen
1. Architektur: Content vs Daten
WordPress
Konzept: Content Management System (CMS)
Staerke: Artikel, Seiten, Medien verwalten
- Urspruenglich als Blogging-Plattform entwickelt
- Optimiert fuer Content-Erstellung und -Verwaltung
- Plugin-Oekosystem fuer Zusatzfunktionen
- Datenbank-Modell fuer Posts und Pages
Power Pages
Konzept: Enterprise Portal Platform
Staerke: Datenbank-Interaktion, Business Logic
- Entwickelt fuer datenbankgetriebene Portale
- Native Integration mit Dataverse (Enterprise-Datenbank)
- Low-Code Business Logic
- Relationales Datenmodell mit Relationen
Fazit: Brauchen Sie primaer Content (Texte, Bilder, Videos)? - WordPress. Brauchen Sie Datenbank-Interaktion (Bestellungen, Tickets, Kundendaten)? - Power Pages.
2. Sicherheit: Open Source vs Enterprise
WordPress: Das Sicherheits-Problem
neue Schwachstellen 2024 (+34% vs 2023)
infizierte WordPress-Websites 2024
Plugins 2024 wegen Sicherheit entfernt
Hauptrisiken:
- Plugin-Schwachstellen: Jedes Plugin = potenzielle Sicherheitsluecke
- Update-Chaos: Core, Theme, 29 Plugins muessen regelmaessig aktualisiert werden
- Keine Enterprise-Auth: SSO/MFA-Integration erfordert Plugins
- Selbst verantwortlich: Security-Monitoring, Backups, Patches liegt bei Ihnen
Power Pages: Enterprise Security
- Managed Security: Microsoft kuemmert sich um Patches, Updates, Monitoring
- Enterprise Authentifizierung: Native Entra ID (intern) und External ID (extern), MFA, SSO
- ISO 27001 zertifiziert: Enterprise-Compliance out-of-the-box
- Rollenbasierte Zugriffsrechte: Granulare Berechtigungen auf Tabellen-/Feld-Ebene
- EU-Hosting garantiert: Daten bleiben in Europa (DSGVO-konform)
Realitaet: Ein gehacktes WordPress-Portal mit Kundendaten kann Sie 50.000-500.000 EUR DSGVO-Strafe kosten - plus Reputationsschaden.
3. Integration: APIs vs Native
| Integration | WordPress | Power Pages |
|---|---|---|
| CRM (Dynamics 365) | Custom API-Entwicklung (10-20k EUR) | Native Integration |
| ERP (SAP, Navision) | Custom Connector (15-30k EUR) | Power Automate (Low-Code) |
| SSO / Enterprise Auth | Plugin (ca. 200 EUR/Jahr) + Config | Native Entra ID, 5 Min. Setup |
| Microsoft 365 | Plugins + API-Keys | Native (SharePoint, Teams, etc.) |
| Custom Database | PHP-Entwicklung erforderlich | Low-Code Dataverse Views |
Fazit: WordPress benoetigt Custom-Entwicklung fuer jede Integration. Power Pages hat native Microsoft-Integration - spart 20.000-50.000 EUR Entwicklungskosten.
4. Wartungsaufwand: Self-Managed vs Managed
WordPress: Wartungs-Overhead
MONATLICHE AUFGABEN:
- Core-Update pruefen und installieren
- 29 Plugins aktualisieren (einzeln testen!)
- Theme-Updates
- Security-Scans (Malware, Schwachstellen)
- Backups pruefen und testen
- Performance-Optimierung (Caching, DB-Cleanup)
Zeit-Aufwand:
8-12 Stunden/Monat = 96-144 Std./Jahr
Bei 80 EUR/Std. = 7.680-11.520 EUR/Jahr
Power Pages: Managed Platform
WAS MICROSOFT MANAGED:
- Platform-Updates (automatisch)
- Security-Patches (automatisch)
- Infrastructure-Monitoring
- Backups und Disaster Recovery
- Performance-Optimierung
- Uptime-Garantie (99,9% SLA)
Ihr Aufwand:
Nur: Content und Business Logic pflegen
Ca. 2-4 Stunden/Monat
5. Total Cost of Ownership: 3-Jahres-Vergleich
| Kostenposition | WordPress (3 Jahre) | Power Pages (3 Jahre) |
|---|---|---|
| Initial-Entwicklung | 40.000-80.000 EUR | 75.000 EUR (8-12 Wochen) |
| Theme-Entwicklung / Templates | 15.000-25.000 EUR | In Basis enthalten |
| Plugin-Setup und Konfiguration | 10.000-15.000 EUR | Low-Code Konfiguration |
| Security-Haertung | 5.000-10.000 EUR | Enterprise Security inkl. |
| ERP/CRM Integration | 10.000-30.000 EUR | In Basis enthalten |
| Hosting (36 Monate) | 3.600-7.200 EUR | In Lizenz enthalten |
| Lizenzen (36 Monate) | 3.000-6.000 EUR | 21.600 EUR |
| Wartung und Updates (36 Monate) | 23.040-34.560 EUR | 0 EUR (managed) |
| Security-Monitoring (36 Monate) | 7.200-10.800 EUR | 0 EUR (inkl.) |
| Total Cost of Ownership (3 Jahre) | 76.840-138.560 EUR | 96.600 EUR |
Ueberraschung: WordPress ist NICHT guenstiger. Bei ehrlicher TCO-Kalkulation (inklusive Wartung, Security, Integration) kostet WordPress oft mehr als Power Pages.
Entscheidungshilfe: Was passt zu Ihnen?
WordPress ist richtig, wenn...
- Sie eine Content-Website brauchen (Blog, News, Marketing)
- Kein Login-Bereich erforderlich ist
- Keine ERP/CRM-Integration noetig
- Sie bereits WordPress-Entwickler im Team haben
- Budget unter 20.000 EUR (einfache Website)
- Sie bereit sind, Wartung und Security selbst zu managen
Power Pages ist richtig, wenn...
- Sie ein B2B-Kundenportal mit Login brauchen
- Datenbank-Integration (ERP, CRM, Custom DB) erforderlich
- Rollenbasierte Zugriffsrechte noetig sind
- DSGVO-kritische Kundendaten verarbeitet werden
- Sie bereits Microsoft 365 / Dynamics 365 nutzen
- Managed Platform bevorzugen (weniger IT-Overhead)
Unsicher, welche Technologie passt?
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